Die Reihe Merz und Merzwerbe


Kurt Schwitters benannte die von ihm 1923–1932 herausgegebene multimediale Avantgarde-Zeitschriftenreihe nach seinem eigenen umfassenden Kunstkonzept Merz. In der Reihe Merz lassen sich Interessen und Gestaltungsweisen des Künstlers inhaltlich, formal wie strukturell ablesen. Eine genaue wissenschaftliche Analyse der einzelnen Hefte, die relevante, bisher noch unerforschte Materialien einbezieht,  soll daher entscheidende Erkenntnisse zu Entwicklung und künstlerischen Strategien des Gesamtwerks von Schwitters sowie zur Verortung von Merz in der internationalen Avantgarde der 1920er bis 1930er Jahre liefern.

Das von der DFG geförderte Projekt „Kurt Schwitters‘ intermediale Netzwerke der Avantgarde – Die Reihe Merz (1923–1932) und Merz-Drucksachen“ (2016–2019) will dieses einzigartige Dokument der Zwischenkriegszeit erstmals vollständig und interdisziplinär in seinen strukturellen und gestalterischen Besonderheiten erforschen und im Rahmen einer umfassenden wissenschaftlichen Aufbereitung digital und gedruckt präsentieren. Die vielfältigen Bezüge zu Schwitters‘ Werbe-Drucksachen sollen die Perspektive hinsichtlich der zweckorientierten Anwendung seiner typografischen Konzepte erweitern und das transgressive Agieren des Künstlers im Hinblick auf die Grenze von Kunst und Gebrauchsgrafik sichtbar machen.

Die Materialbasis bilden 21 formal, inhaltlich und medial stark voneinander abweichende Ausgaben, deren Druck Schwitters selbst verantwortete und die er im eigens gegründeten Merzverlag in Hannover herausgab.